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PC Engine CD-ROM² am PC: System Card, CD-Abbild und Mesen2 richtig einrichten (Stand 09/2026)

エミュレーター

Die PC Engine ist in Deutschland nie regulär in den Handel gekommen. In Europa wurde die Hardware 1990 nur kurzzeitig unter dem Namen TurboGrafx in Großbritannien und Spanien angeboten, und dieser Verkauf wurde aus vertriebsrechtlichen Gründen schnell wieder eingestellt (Quelle: deutschsprachige Wikipedia zur PC Engine). Eine eigene 50-Hz-Fassung der PC Engine hat es nie gegeben; die Plattform war durchgehend auf 60 Hz ausgelegt. Alles, was hierzulande steht, ist Parallelimport, Grauimport oder ein späterer Sammlerkauf.

Das verschiebt die Fragestellung. Es geht hier nicht um Erinnerungen an ein Gerät aus dem deutschen Handel, sondern um ein technisches Problem: Wie liest man die Datenträger einer Hardware, die es hier nie offiziell gab, heute vom eigenen Exemplar korrekt aus, und wie sichert man das Ergebnis so, dass es in zehn Jahren noch lesbar ist? Genau darum dreht sich dieser Text: System Card, CD-Abbild, Emulator-Konfiguration, Prüfsummen — und der rechtliche Rahmen in Deutschland.

Alle Versions- und Dateiangaben wurden am 4. September 2026 geprüft.

Rechtlicher Rahmen in Deutschland: UrhG §53 und §95a

Weil das Thema regelmäßig falsch verkürzt wird, steht es hier vorn und nicht am Ende.

§53 UrhG — Vervielfältigungen zum privaten Gebrauch

§53 Absatz 1 UrhG erlaubt einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern, sofern sie weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dienen — und soweit nicht eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird.

Diese letzte Einschränkung ist der entscheidende Punkt für dieses Thema. Eine ROM- oder BIOS-Datei, die irgendwo im Netz zum Herunterladen liegt, ist genau so eine offensichtlich rechtswidrig öffentlich zugänglich gemachte Vorlage. Der Download solcher Dateien ist von §53 nicht gedeckt. Dieser Artikel nennt deshalb bewusst keine Namen und keine Adressen von ROM- oder BIOS-Verteilseiten und geht durchgehend davon aus, dass Sie die Datenträger, um die es geht, selbst besitzen.

§95a UrhG — Schutz technischer Maßnahmen

§95a UrhG verbietet es, wirksame technische Maßnahmen zum Schutz eines Werkes ohne Zustimmung des Rechtsinhabers zu umgehen, wenn die handelnde Person weiß oder wissen muss, dass die Umgehung erfolgt, um Zugang zu oder Nutzung des Werkes zu ermöglichen. Verboten ist außerdem die Herstellung, Einfuhr, Verbreitung und der Besitz zu gewerblichen Zwecken von Umgehungswerkzeugen sowie das Erbringen entsprechender Dienstleistungen.

Wichtig für die Praxis: §95b nennt zwar Ausnahmen zugunsten einzelner Schranken, greift für §53 aber im Wesentlichen nur bei reprographischen Vervielfältigungen. Ein Interesse an einer Privatkopie setzt sich also nicht gegen eine wirksame technische Schutzmaßnahme durch. Wo eine solche Maßnahme vorhanden ist, ist die Sache mit §53 nicht erledigt.

Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Ob ein konkreter Vorgang zulässig ist, hängt vom Einzelfall ab — vom Datenträger, vom vorhandenen Schutzmechanismus, vom Zweck und vom Umfang. Lassen Sie das im Zweifel fachkundig prüfen.

Für Diskussionen zu Import-Hardware, Modding und Messtechnik ist im deutschsprachigen Raum unter anderem Circuit-Board.de eine übliche Anlaufstelle. Fragen zur Beschaffung von ROM- oder BIOS-Dateien gehören dort ebenso wenig hin wie hierher.

Warum das Bild schwarz bleibt: zwei Ursachen, nicht zwanzig

Wenn ein HuCard-Modul läuft, ein CD-ROM²-Titel aber nur einen schwarzen Bildschirm zeigt, liegt es fast immer an einem von zwei Punkten:

  1. Die System Card (BIOS) ist im Emulator nicht hinterlegt. Ohne sie gibt es kein CD-ROM-System, das die Disc überhaupt starten könnte.
  2. Das CD-Abbild hat das falsche Format. Eine einzelne ISO-Datei reicht nicht. Eine PC-Engine-CD enthält neben den Daten auch Audiospuren, und die stehen nicht in einer ISO.

Alles andere — Filter, Shader, Controller, Latenz — kommt erst danach. Wer in dieser Reihenfolge vorgeht, spart sich die meiste Fehlersuche.

Die System Card ist Hardware, kein Zubehörprogramm

Die CD-ROM²-Laufwerke der PC Engine brauchten eine Interface-Unit und Puffer-RAM in Form einer System Card. Die späteren Karten erweiterten diesen Speicher: Die Super System Card stellte 256 KB RAM bereit und ermöglichte die Super-CD-ROM²-Titel; die nur in Japan erschienenen Arcade Card Pro und Arcade Card Duo brachten zusätzlich 2 MB RAM (Quelle: deutschsprachige Wikipedia zur PC Engine). Der Emulator bildet genau das nach — er braucht den Inhalt dieser Karte als Datei.

Kartenversion Wofür sie gebraucht wird Praxis
System Card v1.0 Frühe CD-ROM²-Titel, die auf den v1.0-Sound-Treiber ausgelegt sind Nur für einzelne alte Titel nötig
System Card v2.0 / v2.1 Spätere CD-ROM²-Titel Selten zwingend erforderlich
Super System Card v3.0 Super-CD-ROM²-Titel; deckt in der Praxis den größten Teil ab Die Datei, mit der man anfängt
Arcade Card Titel, die die RAM-Erweiterung der Arcade Card voraussetzen Keine eigene BIOS-Datei nötig — die Emulatoren bilden die RAM-Erweiterung selbst nach

Für die Version v1.0 gibt es sogar einen hörbaren Unterschied: Ootake weist in den Versionshinweisen zu 3.06 ausdrücklich darauf hin, dass frühe CD-ROM²-Titel mit der v1.0-Karte die Musik so wiedergeben, wie sie vom damaligen Sound-Treiber vorgesehen war, und dass Zeichensatzdarstellungen abweichen. Das ist ein Archivierungsargument: Wer die Titel dokumentieren will, braucht unter Umständen mehr als eine Kartenversion.

Regionalität: bei CDs anders als bei Modulen

Für Importbesitzer in Deutschland relevant: HuCard-Module des nordamerikanischen Marktes (TurboChips) sind zur japanischen PC Engine nicht kompatibel, CD-Titel dagegen sind weltweit kompatibel (Quelle: deutschsprachige Wikipedia zur PC Engine). Wer also ein Importgerät und eine Sammlung gemischter Herkunft hat, hat bei den CDs das kleinere Problem — bei den Modulen das größere. Rechnen Sie beim Auslesen trotzdem damit, dass die passende System Card zur Herkunft der Disc gehört: Die Emulator-Cores führen japanische und nordamerikanische Kartenabbilder getrennt.

Anforderungen an das CD-Abbild: was erfüllt sein muss, nicht welches Programm

Es gibt keinen Grund, ein bestimmtes Auslese-Programm zu empfehlen. Sinnvoller ist es, die Anforderungen zu kennen und ein beliebiges Werkzeug daran zu messen.

  • Es muss eine CUE-Datei geben. Die CUE-Datei beschreibt die Spurstruktur der Disc — Datenspur, Audiospuren, Pausen. Der Emulator wird mit der CUE geöffnet, nicht mit der Datenspur.
  • Die Audiospuren müssen mit ausgelesen werden. Eine reine ISO enthält nur die Datenspur. Ohne Audiospuren startet das Spiel eventuell, bleibt aber stumm.
  • Die in der CUE genannten Dateinamen müssen exakt zu den vorhandenen Dateien passen. Eine CUE ist eine Textdatei und lässt sich in jedem Editor öffnen. Nach dem Umbenennen oder Verschieben von Dateien stimmt sie oft nicht mehr.
  • Weniger Dateien heißt weniger Fehlerquellen. Sowohl ein einzelnes BIN mit einer CUE als auch ein Satz aus mehreren BIN-Dateien mit einer CUE sind zulässige Layouts. Bei der Variante mit einer Datei pro Spur muss die CUE jedoch jede Datei und jeden Übergang korrekt beschreiben; Fehler bei Pausen und Übergängen führen dann zu Musik, die versetzt einsetzt oder in die falsche Spur springt. Wenn Ihr Auslese-Werkzeug beide Varianten anbietet, ist die Variante mit einer zusammenhängenden Datei die robustere Wahl.
  • Nicht direkt vom Laufwerk spielen, wenn es um Archivierung geht. Das Abspielen der physischen Disc im PC-Laufwerk ist als Bequemlichkeitslösung möglich — Ootake unterstützt es ausdrücklich, wenn eine System-Card-Datei geladen ist —, ersetzt aber kein Abbild. Für die Sicherung brauchen Sie eine Datei, die Sie prüfsummen und redundant ablegen können.

Praktisch heißt das: ein externes USB-Laufwerk für optische Datenträger, das Audiospuren zuverlässig liest. Interne Laufwerke sind in aktuellen Rechnern selten geworden, und viele Notebooks haben gar keines mehr.

Emulatoren im Vergleich (geprüft am 4. September 2026)

Programm Plattform CD-ROM² Erwartete System-Card-Datei Anmerkung
Mesen2 / MesenCE Windows, Linux, macOS Ja, inklusive Arcade Card Eigener Firmware-Ordner, 256 KB Multi-System-Emulator (NES, SNES, GB, GBA, PCE, SMS/GG, WS); Fehlerkorrekturen an CD-Ladezeiten und Arcade-Card-Emulation sind in den Versionshinweisen dokumentiert
RetroArch mit Beetle PCE Windows, Linux, macOS und weitere Ja, Arcade Card standardmäßig aktiv syscard3.pce im System-Ordner Portierung des genaueren Mednafen-PCE-Moduls; Kartenauswahl über die Core-Option pce_cdbios
RetroArch mit Beetle PCE FAST Windows, Linux, macOS und weitere Ja syscard3.pce im System-Ordner Ressourcenschonendere Variante; Kartenauswahl über die Core-Option CD BIOS
Ootake Nur Windows (XP bis 11), DirectX 9.0c Ja, auch direkt von der physischen Disc System-Card-Abbild, in der Oberfläche zugewiesen Freeware, wird weiterhin gepflegt: Version 3.06 vom 1. August 2026, Quelltext liegt bei

Mesen2 ist archiviert — aktuell gepflegt wird MesenCE

Ein Hinweis zum Projektstand, weil ältere Anleitungen ihn noch nicht enthalten: Das ursprüngliche Repository SourMesen/Mesen2 wurde am 4. Juni 2026 vom Eigentümer archiviert und ist seitdem schreibgeschützt. Die letzte dort veröffentlichte stabile Version ist 2.1.1 vom 6. Juli 2025. Die Entwicklung läuft im Community-Fork MesenCE weiter, der vom ursprünglichen Autor gemeinsam mit weiteren Beteiligten gepflegt wird; dort erschien am 5. Juni 2026 die Version Mesen 2.2.1.

Für diese Anleitung ändert das nichts: Dateiname, Größe und Firmware-Ordner sind in beiden Builds gleich. Wer heute neu herunterlädt, nimmt sinnvollerweise den MesenCE-Build statt des archivierten Stands von 2025.

Für die Beetle-Cores sind neben syscard3.pce (erforderlich) mehrere optionale Kartenabbilder vorgesehen: syscard1.pce und syscard2.pce für die frühen japanischen Karten, syscard2u.pce und syscard3u.pce für die nordamerikanischen Entsprechungen sowie gexpress.pce für Games-Express-Discs, die Beetle PCE automatisch erkennt. Die Arcade-Card-Unterstützung von Beetle PCE hängt an der Option pce_arcadecard und ist standardmäßig eingeschaltet.

Mesen2 einrichten: System Card hinterlegen und das Abbild starten

An dieser Stelle kursieren mehrere widersprüchliche Menüpfade. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf den Pfad, sondern auf zwei überprüfbare Merkmale: Dateiname und Dateigröße.

  1. Datei bereitlegen. Mesen2 erwartet das Abbild der Super System Card v3.0 unter dem Namen [BIOS] Super CD-ROM System (Japan) (v3.0).pce oder alternativ syscard3.pce, mit einer Größe von exakt 256 KB. Weicht die Größe ab, wird die Datei nicht akzeptiert.
  2. In den Firmware-Ordner legen. Mesen2 verwaltet solche Dateien in einem eigenen Unterordner namens Firmware innerhalb seines Datenverzeichnisses. Liegt die Datei dort korrekt benannt, ist die Sache erledigt.
  3. Alternativ den Firmware-Dialog nutzen. Fehlt die Datei beim Öffnen eines CD-Abbilds, meldet Mesen2 die fehlende Firmware und bietet einen Dialog an, über den Sie die Datei auswählen. Mesen2 kennt die erwartete Prüfsumme und weist auf eine Abweichung hin, lässt die Datei aber dennoch zu — eine Warnung ist also ein Hinweis auf einen unsauberen Auslesevorgang, kein Abbruch.
  4. Konsolenspezifische Einstellungen prüfen. Die Optionen für die PC Engine, darunter das emulierte CD-ROM-System, liegen im Menü unter dem Eintrag für diese Konsole. Prüfen Sie hier, ob ein Titel als Super-CD-ROM²- oder Arcade-CD-ROM²-Titel behandelt wird, wenn er sich sonst nicht starten lässt.
  5. Die CUE öffnen, nicht die Datenspur. Ziehen Sie die .cue-Datei in das Fenster oder öffnen Sie sie über das Dateimenü.
  6. Änderungen bestätigen. Einstellungsdialoge erst nach dem Übernehmen schließen. Ein sehr großer Teil der „geht nicht“-Fälle ist eine nicht bestätigte Änderung.

RetroArch: Beetle PCE und Beetle PCE FAST

  1. syscard3.pce in den System-Ordner von RetroArch legen. Nicht in den Spielordner, nicht in einen Unterordner. Ohne diese Datei schlägt das Laden von CD-Titeln fehl.
  2. Den Core auswählen. Beetle PCE ist die genauere Variante, Beetle PCE FAST die ressourcenschonendere. Auf einem aktuellen PC gibt es wenig Grund für FAST; auf einem sparsamen Mini-PC oder einem Handheld sehr wohl.
  3. Kartenversion umstellen, falls ein Titel zickt. In den Core-Optionen lässt sich die verwendete Karte wechseln — bei Beetle PCE über pce_cdbios, bei Beetle PCE FAST über die Option CD BIOS. Standard ist jeweils System Card 3.
  4. Arcade-Card-Titel. Bei Beetle PCE ist die Arcade-Card-Erweiterung standardmäßig aktiv. Wenn ein solcher Titel eine Warnung ausgibt, prüfen Sie zuerst, ob diese Option versehentlich abgeschaltet wurde.

Audio und Latenz: in dieser Reihenfolge, nicht in einer anderen

Erst starten, dann verschönern

Bringen Sie den Titel zuerst mit Standardeinstellungen zum Laufen. Filter, CRT-Nachbildungen, Skalierung und Shader kommen zuletzt. Wer sie vorher aktiviert, kann bei einem Problem nicht mehr unterscheiden, ob es an der Konfiguration des CD-Systems oder an der Bildausgabe liegt.

Knackser und Aussetzer über die Audio-Latenz eingrenzen

Knacken, Aussetzer oder ein hörbar unsauberer Ton lassen sich in aller Regel über den Latenzwert in den Audio-Einstellungen beheben. Das Vorgehen ist immer gleich: Wert schrittweise erhöhen, bis die Störungen verschwinden, und dann wieder so weit senken, wie es ohne Störungen möglich ist. Gesucht ist der kleinste Wert ohne Nebengeräusche, nicht der kleinstmögliche Wert überhaupt. Ein zu niedriger Wert erzeugt Aussetzer, ein zu hoher spürbare Verzögerung zwischen Eingabe und Ton.

Ein Hinweis am Rande, der oft übersehen wird: Auch die Bildausgabe des Betriebssystems trägt zur wahrgenommenen Verzögerung bei. Der Ootake-Entwickler weist in den Versionshinweisen darauf hin, dass unter Windows 11 die Tearing-Unterdrückung bereits vom System übernommen wird und die VSync-Voreinstellung dort deshalb auf „aus“ gesetzt wurde. Wer an der Latenz arbeitet, sollte diese Ebene mitdenken, statt nur im Emulator zu drehen.

Controller-Probleme zuerst außerhalb des Emulators eingrenzen

Wenn Eingaben aussetzen oder gar nicht ankommen, prüfen Sie in dieser Reihenfolge:

  • Wird das Gamepad überhaupt vom Betriebssystem erkannt? Windows bringt dafür eine eigene Prüfseite für Gamecontroller mit.
  • Funktioniert es an einem anderen USB-Anschluss, idealerweise direkt am Rechner statt über einen Hub?
  • Wird es kabelgebunden erkannt, aber drahtlos nicht — oder umgekehrt?
  • Erst wenn das System das Gerät sauber sieht, lohnt es sich, in den Einstellungen des Emulators die Tastenbelegung neu zu setzen.

Für die PC Engine reicht ein einfaches Gamepad; die Konsole hatte pro Anschluss nur einen Controller-Port. Wer ohnehin ein Gerät sucht, braucht kein Modell mit Vibration oder herstellereigenen Treibern — die erzeugen eher zusätzliche Verzögerung.

Fehlerbilder und was sie tatsächlich bedeuten

HuCard-Titel laufen, CD-Titel bleiben schwarz

Die System Card ist nicht hinterlegt oder wird nicht akzeptiert. Prüfen Sie den Dateinamen und die Dateigröße, nicht den Menüpfad. Bei Mesen2 sind 256 KB Pflicht; bei den Beetle-Cores muss die Datei im System-Ordner von RetroArch liegen. Zweitverdächtiger: Sie haben nicht die .cue-Datei geöffnet.

Das Spiel startet, aber es ist keine Musik zu hören

Die Audiospuren fehlen im Abbild oder werden von der CUE nicht gefunden. Öffnen Sie die .cue in einem Texteditor und vergleichen Sie die dort genannten Dateinamen Zeichen für Zeichen mit den tatsächlich vorhandenen Dateien. Häufigste Ursache: Das Abbild wurde als reine ISO erstellt, oder Dateien wurden nach dem Auslesen umbenannt.

Musik setzt versetzt ein oder springt in die falsche Spur

Das deutet auf ein Abbild hin, dessen Spurstruktur nicht korrekt beschrieben ist — typischerweise bei einem Satz aus vielen Einzeldateien mit fehlerhaft eingetragenen Übergängen. Lesen Sie den Datenträger erneut aus, diesmal in ein zusammenhängendes Abbild mit einer CUE. Wenn Sie die Disc direkt aus dem Laufwerk spielen, ist das ohnehin keine belastbare Grundlage für eine Fehlersuche.

Ein Arcade-Card-Titel gibt eine Warnung aus

Der Titel setzt die RAM-Erweiterung der Arcade Card voraus. Mesen2 emuliert die Arcade Card; bei Beetle PCE ist sie über pce_arcadecard standardmäßig aktiv. Prüfen Sie, ob die Option aktiviert ist und ob das emulierte System korrekt gewählt wurde. Eine gesonderte Arcade-Card-BIOS-Datei gibt es dagegen nicht — Sie müssen also keine weitere Datei suchen, sondern nur die Arcade-Card-Emulation einschalten.

Ein früher CD-ROM²-Titel klingt oder aussieht anders als erwartet

Manche frühen Titel wurden für die System Card v1.0 entwickelt. Ootake bietet dafür seit Version 3.06 eine eigene Option an, die solche Titel automatisch mit der älteren Karte startet. In anderen Programmen stellen Sie die Kartenversion von Hand um. Kein Fehler, sondern eine Eigenschaft der Vorlage.

Was man in Deutschland dafür bekommt

Die Hardware selbst ist hier reine Gebrauchtware. Übliche Anlaufstellen im deutschsprachigen Raum:

Bezugsquelle Wofür sinnvoll Worauf achten
eBay Kleinanzeigen Gebrauchte Konsolen, Discs, Zubehör aus Sammlungsauflösungen Zustand der Disc-Oberfläche; Abholung erlaubt vorheriges Prüfen
Amazon.de Externe USB-Laufwerke, Datenträger für die Sicherung, Gamepads Neuware, aber keine Retro-Hardware
Conrad Kabel, Adapter, Messmittel, Ersatzteile Fachhandelsauswahl, dafür meist höherer Preis
AliExpress Adapter und Nischenzubehör, das hier niemand führt Lange Laufzeit; Einfuhrabgaben und Gewährleistung mitdenken

Preise für gebrauchte Konsolen und Discs schwanken in Euro stark nach Zustand, Vollständigkeit und Titel. Hier werden bewusst keine Zahlen genannt, weil ein Preisstand aus einem Artikel innerhalb weniger Monate irreführend wird. Prüfen Sie tagesaktuell selbst.

Langzeitsicherung: der Teil, den die meisten Anleitungen auslassen

Ein Abbild zu erzeugen ist die halbe Arbeit. Bei einer Hardware, die es in Deutschland nie gab und deren Datenträger inzwischen über 30 Jahre alt sind, ist der andere Teil wichtiger.

  • Prüfsummen bilden und mit ablegen. Erzeugen Sie unmittelbar nach dem Auslesen Prüfsummen über alle Dateien und speichern Sie diese Liste im selben Ordner. Nur so lässt sich Jahre später feststellen, ob ein Bitfehler auf dem Speichermedium entstanden ist.
  • Zweimal auslesen und vergleichen. Bei zerkratzten oder angelaufenen Discs liefert ein zweiter Durchgang oft ein abweichendes Ergebnis. Stimmen zwei unabhängige Auslesevorgänge überein, ist das ein gutes Zeichen; weichen sie ab, ist die Disc das Problem und nicht der Emulator.
  • Mindestens zwei Kopien auf getrennten Datenträgern. Ein einzelnes Laufwerk ist kein Archiv. Externe SSDs sind für den Zugriff bequem, mechanische Festplatten für die Ablage günstiger — entscheidend ist, dass es zwei physisch getrennte Exemplare gibt.
  • Dokumentieren, was Sie ausgelesen haben. Datum, verwendetes Laufwerk, verwendetes Programm und dessen Version, Anzahl der Spuren, Auffälligkeiten. Das kostet zwei Minuten und beantwortet später die Frage, warum ein Abbild sich anders verhält als ein anderes.
  • Ordnerstruktur nicht nachträglich umbauen. Sobald eine CUE geschrieben ist, brechen Umbenennungen sie. Wenn Sie umbenennen müssen, passen Sie die CUE im Texteditor mit an.

Wenn Sie zusätzlich HuCard-Module sichern wollen, brauchen Sie dafür einen passenden Dumper beziehungsweise Cartridge-Reader. Diese Geräte sind eine eigene Kategorie und gehören nicht zum CD-Thema — wichtig ist nur zu wissen, dass ein Spielmodul und eine CD zwei verschiedene Auslesewege brauchen. Für den Anschluss älterer Speichermedien an aktuelle Rechner ist außerdem ein Adapter oft die einfachste Lösung.

Fazit

Für die PC Engine gilt in Deutschland eine Ausgangslage, die es bei den meisten anderen Konsolen dieser Generation nicht gibt: Es existiert kein hiesiger Handelsbestand, nur Importe. Genau deshalb lohnt es sich, das eigene Exemplar sauber zu dokumentieren, statt sich auf Verfügbarkeit zu verlassen.

Technisch bleiben vier Punkte übrig. Erstens: Die System Card ist Pflicht, und Dateiname sowie Dateigröße entscheiden — bei Mesen2 exakt 256 KB im Firmware-Ordner, bei den Beetle-Cores syscard3.pce im System-Ordner von RetroArch. Zweitens: Immer die .cue öffnen, nie eine reine ISO verwenden. Drittens: Erst den Start stabilisieren, dann Latenz und Bild. Viertens: Ein Abbild ohne Prüfsumme und ohne zweite Kopie ist keine Sicherung.

Und rechtlich: §53 UrhG deckt keine Vorlage aus offensichtlich rechtswidriger Quelle, §95a schützt wirksame technische Maßnahmen unabhängig davon. Wer vom eigenen Datenträger ausliest, bewegt sich in einem anderen Feld als jemand, der Dateien herunterlädt — aber auch das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung. Im Zweifel fachkundig prüfen lassen.

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